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Frontbild steiniger Strand

Die DGB-Jugend ist ein eigenständiger Jugendverband. Als Dachverband sind wir politisch unabhängig, aber nicht neutral. Wir vertreten die Interessen unserer Mitglieder im Landesjugendring, Stadtjugendringen und Kreisjugendringen sowie in diversen Ausschüssen. Für die Mitgliederbetreuung, die betriebliche Arbeit und Tarifverträge sind die Mitgliedsgewerkschaften zuständig.


Zug der Erinnerung

Am 26. Januar 2011 bestiegen wir am Mailänder Hauptbahnhof einen knapp ein Kilometer langen Zug und begannen mit etwa sechshundert SchülerInnen, jungen ArbeitnehmerInnen, RentnerInnen und GewerkschafterInnen aus Italien, Frankreich und Spanien eine Reise nach Polen. Ziel war Krakau, um von dort die Konzentrations- und Vernichtungslager Auschwitz I und Auschwitz-Birkenau (Auschwitz II) zu besuchen.

Das Projekt "Zug der Erinnerung" wurde bereits im fünften Jahr von den italienischen Gewerkschaften CGIL und CISL aus der Lombardei veranstaltet, die sich in der Verpflichtung sehen, die Erinnerung an die Opfer des Nationalsozialismus und Faschismus zu bewahren, sowie rechten Ideologien eine starke demokratische Kultur entgegenzusetzen.

Hauptsächlich besteht das Projekt aus einer Kooperation der Gewerkschaften mit einer Vielzahl  italienischer und französischer Schulen. Bereits im Vorfeld bereiteten sich dutzende Schulklassen auf die Reise vor. Während des Schuljahres vertieften die SchülerInnen im Unterricht ihr Wissen über den Nationalsozialismus und setzten sich in kleinen Projekten mit der Thematik des Holocaust genauer auseinander. Die Ergebnisse wurden jeweils in einer Abschlusspräsentation am letzten Tag der Reise zusammengefasst. Bereits auf der ca. 15-stündigen Fahrt nach Polen wurden in speziellen Zugabteilen Workshops und Gruppengespräche für die Teilnehmenden organisiert. Im Speisewagen fand sogar ein kleines Konzert statt.

Nach der Ankunft in Krakau wurden alle Teilnehmenden auf Reisebusse verteilt und die meisten der folgenden Aktivitäten fanden daher in Gruppen von je ca. 30 Personen statt. Den ersten Tag verbrachten wir mit einer Stadtführung durch Krakau. Am nächsten Morgen besichtigten wir dann zunächst das „Stammlager" Auschwitz I, am Nachmittag das Vernichtungslager Auschwitz-Birkenau (Auschwitz II).

Die Eindrücke in den Vernichtungslagern waren stark, und die geschilderten Ereignisse sowie die Ausstellung hinterließen bei uns ein Gefühl der Beklemmung und Fassungslosigkeit. Abgeschlossen wurde dieser Tag mit einem Konzert einer italienischen Folkrockgruppe in einem Krakauer Gemeindesaal, um den SchülerInnen und Mitreisenden einen Moment der Entspannung nach einem Tag der Bedrückung zu ermöglichen. 

Wir möchten uns bei unseren italienischen KollegInnen ganz herzlich für die Einladung zu dieser Reise bedanken. Die mit der Reise verbundenen Erfahrungen haben uns nachhaltig geprägt und uns in unserer antifaschistischen und demokratischen Einstellung bestärkt. Wir möchten uns weiter auch für die ausgesprochene Freundlichkeit und Hilfsbereitschaft mit der wir empfangen und begleitet wurden bedanken und hoffen einige der KollegInnen nicht ganz aus den Augen zu verlieren.

Karen Weber und Wolfgang Schneider